Die offene Eingangsstufe: Ashausen, das Dorf, dass sich sinnvollen und notwendigen Innovationen gegenüber nicht verschließt

Am 9. Januar lud die Schulleiterin der Grundschule Ashausen, Gesa Johannsen, zu einem Infoabend zum Thema „offene Eingangsstufe“. Gezeigt wurde an diesem Abend der Film „Treibhäuser der Zukunft“ von Reinhard Kahl. Der Film zeigte Schulen, in denen bereits neue Schulkonzepte, die der offenen Eingangsstufe ähneln, umgesetzt wurden. Die im Film enthaltenen Erfahrungsberichte von Schülern, Eltern und Lehrern waren durchweg positiv. Mehr als 50 interessierte Ashäuser Eltern sahen sich den Film an.

Unsere Grundschule wird im kommenden Schuljahr 2008/2009 mit der offenen Eingangsstufe beginnen.
Die Vorbereitungen laufen bereits; so werden die jetzigen ersten Klassen in der Methodenvielfalt vorbereitet und es werden Unterrichtsmaterialien eingesetzt, die ein jahrgangsübergreifendes Arbeiten ermöglichen.

Die offene Eingangsstufe ist ein wichtiger und richtiger Weg in Zeiten der Pisa-Studie und geänderter Anforderungen unserer Wirtschaft.

Die wichtigsten Merkmale der
offenen Eingangsstufe:

Jahrgang 1 und 2 werden in gemeinsamen Lerngruppen unterrichtet.

Die Kinder haben maximal drei Jahre Zeit, die offene Eingangsstufe zu durchlaufen.

Es gibt keine „Sitzenbleiber“ mehr, da die Kinder in der bekannten Lerngruppe bleiben.

Bei der Einschulung nehmen die Schulkinder die „Neuen“ mit in die Gruppe, zeigen ihnen Rituale, die Schule, Lernangebote, Spiele, usw. Dadurch gewinnen Schüler und Lehrer Zeit für das Lernen.

Die Gruppenzusammensetzung ändert sich jährlich. Dadurch wird jedes Kind einmal zum „Großen“, der Wissen weitergeben/vermitteln kann. Das schafft Selbstbewusstsein!

Jedes Kind kann sich als Helfer und Erklärer erleben.

Jedes Kind, das etwas gelernt hat, kann dieses Wissen anderen vermitteln und so sein Wissen vertiefen.

Jedes Kind kann nach seinen Bedürfnissen immer weiter lernen, denn Lernmaterial für mehrere Jahrgänge ist vorhanden.

Kein Kind bleibt bei Übergängen allein. Es hat immer Mitschüler, die mit ihm in der Gruppe bleiben und nach Klasse 3 wechseln.

Lehrerinnen und Lehrer arbeiten in Teams und unterrichten teilweise gemeinsam. Damit verbessert sich die Unterrichtsqualität, denn der Unterricht wird aus mehreren Perspektiven vorbereitet und auch die Kinder werden umfassend beobachtet, sodass Lehrerinnen und Lehrer schnell auf besondere Stärken oder Schwächen reagieren können.

Kinder lernen individuell nach ihrer Zeit, nach ihrem Interesse und nach ihrem Lernweg aber nicht unstrukturiert oder chaotisch. Regeln und Strukturen sind klar vorgegeben und vom Ministereium vorgegebene Lernziele werden eingehalten und erreicht.

Jahrgangsmischung schafft Vielfalt. Diese betrachten wir als Chance, kreativ und vielseitig lernen zu dürfen.

Kinder übernehmen die Verantwortung für ihren Lernprozess, denn sie lernen zu lernen; Sie kennen Ihre Interessen und ihre Stärken und können diese ganz gezielt nutzen.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an die Grundschule Ashausen, Ashausener Straße 129, 21435 Ashausen, Telefon 04174 / 64 56 16,
E-Mail grundschule-ashausen@t-online.de

Heute gilt mehr denn je der Satz: Wer anderen eine Schule baut, muss selbst lernen. Bis heute wird an deutschen Schulen der sogenannte Frontalunterricht oder auch fragend entwickelnder Unterricht praktiziert. Dies führt bei nicht wenigen Schülern früher oder später zu Frustsituationen. Das leidige Frage- und Antwortspiel kann blamierend und somit demotivierend enden. Ein totaler Rückzug nach bitteren Enttäuschungen ist die Folge.

Frontalunterricht gehört der Vergangenheit an

Nun kann man natürlich sagen: „Tja, hätte Fritzchen vorher gelernt, käme es nicht soweit.“ Eine berechtigter Einwand, aber gibt es nicht weit erfreulichere Methoden, sich Wissen anzueignen?

Die Schüler können z. B. in kleinen Gruppen Themen, die sie interessieren selbstständig und ggf. mit Unterstützung des Lehrers und selbst gewählten Mitteln erarbeiten und wiederum dieses Wissen ihren Mitschülern vermitteln. So findet ein reger Austausch auch über Jahrgangsstufen hinweg zwischen den Schülern statt. Individuelles und Selbstbewusstsein förderndes Lernen wird somit möglich.

Die Wirtschaft braucht jetzt und in Zukunft Menschen, die die Gabe besitzen, sich weiterzuentwickeln und ständig selbst neues Wissen anzueignen und zu vermitteln. Schon heute werden Aufgaben in Projektgruppen mit mehreren Teammitgliedern bewältigt. Ständig ist man aufgefordert auch über sein ursprüngliches Fachwissen hinaus neue Inhalte zu erlernen. Hierarchien spielen in diesem Punkt keine Rolle mehr. Ein Azubi muss heute in der Lage sein, dem Vorstand seine Projektergebnisse selbstbewusst vorzustellen zu können.

Auch Gleichmacherei hat keine Zukunft mehr. Sicher muss ein Grundwissen vermittelt werden, doch gerade die individuellen Stärken jedes Einzelnen bringen uns voran und bedürfen der besonderen Förderung. Was uns und unserem Schulsystem allerdings derzeit fehlt, ist die Zeit. Halbtagsunterricht und feste Stundenzeiten werden immer mehr an Bedeutung verlieren. Die Ganztagsschule kann die Lösung vieler Probleme unserer Gesellschaft sein: Zeit zum enspannten Lernen, sinnvolle und sinnbringende „Beschäftigung“ der Kinder und Jugendlichen auch am Nachmittag, sinkende Kriminalität und steigende Geburtenraten, weil verlässliche „Kinderbetreuung“ kein Thema mehr ist. Unsere europäischen Nachbarn machen es uns seit langem vor!

Downloads:

Broschüre Kultusministerium NDS
Jahrgangsgemischte Eingangsstufe

Trailer Film „Treibhäuser der Zukunft“
(wmv-Format, 4'32 min./3,3 MB)

Interessante Links zum Thema Lernen und Schulkonzepte der Zukunft:

http://www.reinhardkahl.de

http://www.maxbrauerschule.de

http://www.bodensee-schule.de

http://www.potsdam-montessori.de